Der grün-gelbe Ritter

Er wird hoch gehandelt, der grüne Ritter, seit er im November 2018 angekündigt worden ist. Gedreht in den Ardmore Studios, dem einzigen geschlossenen Studio in Irland, ist es am 29. Juli endlich soweit. The Green Knight startet in den Kinos.

Dav Patel als Sir Gawain und Alicia Vikander als Lady/Esel

Grün hinter den Ohren ist Regisseur David Lowery allerdings keineswegs. Mit A Ghost Story aus dem Jahr 2017 hat er bewiesen, dass er Arthaus kann. Wer kann von sich schon behaupten, dass er Casey Affleck ein weißes Leinentuch umgeworfen hat und ihn im ganzen Film kaum gezeigt hat? Ja, stimmt: Ähnliches ist Michael Fassbender in Frank widerfahren – aber das ist ein anderes, wenn auch ebenfalls irisches Kapitel.

Regisseur David Lowery im Gras

Bei The Green Knight handelt es sich jedenfalls um einen verfilmten Artus-Stoff: Im alten Manuskript von „Sir Gawain“ aus dem 14. Jahrhundert gab es einen Ritter mit grüner Haut und grünem Gewand. Keiner weiß, was seine „Grünheit“ bedeutet. Die Gelehrten beißen sich die Zähne aus. Dass es sich um eine Art vegetative Entität handelt, scheint die plausibelste Lösung zu sein. Pan? Eine keltische Gottheit? Der Teufel selbst?

Das Titelbild lässt Ingmar Bergman aufleben – Das Siebente Siegel lässt sich in dieser Geschichte leicht denken. Dabei ist es nicht zwingend so, dass es für eine Figur auch nur eine Identität geben muss: Färbungen spielen eine Rolle ebenso wie tierische Multiexistenz. Ein Fable für farbige und etwas archaische Berufsbezeichnungen habe ich seit The King in Yellow, einer Geschichte von Robert W. Chambers, die in der ersten Staffel von True Detective eine zentrale Rolle spielte. Lange lebe Umberto Eco! Es ist wohl die unvermutete Assoziation mit etwas Gefärbtem, die einem aus der Fassung bringt: Warum zum Henker sind Könige gelb?

Strange is the night where black stars rise,
And strange moons circle through the skies,
But stranger still is
Lost Carcosa.

Bildquelle: The Green Knight © Telepool/A24